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Wetterdaten

GRIB-Wetterdaten über Iridium abrufen

Wettermodelle als kompakte Datei, angefordert per E-Mail über das Satellitentelefon. Auch bei 2,4 kbit/s in Minuten geladen — die Technik dahinter ist seit Jahren dieselbe, die Adressen sind es nicht.
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Grundlagen

Warum GRIB und nicht eine Wetter-App

GRIB (GRIdded Binary) ist das Format, in dem Wetterdienste ihre Modelldaten ausliefern: ein Gitter aus Zahlenwerten für Wind, Luftdruck, Wellenhöhe oder Niederschlag, für jeden Gitterpunkt und jeden Vorhersagezeitpunkt.

Entscheidend unterwegs ist die Größe. Eine Wetter-App lädt Karten, Bilder und Werbung — schnell einige Megabyte. Ein GRIB-Ausschnitt für ein Seegebiet mit Wind und Druck über drei Tage bleibt dagegen im Bereich weniger Kilobyte, weil nur nackte Zahlen übertragen werden. Genau deshalb funktioniert das Verfahren über eine Satellitenverbindung mit rund 2,4 kbit/s, während eine gewöhnliche Wetterseite dort praktisch nicht lädt.

Sie bestimmen selbst, wie groß die Datei wird: über das Seegebiet, die Gitterauflösung, die Vorhersagezeitpunkte und die Auswahl der Parameter. Wer nur Wind und Druck anfordert statt aller verfügbaren Größen, lädt einen Bruchteil.

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Segeln mit Gennaker
Der Standardweg

GRIB-Files per E-Mail über Saildocs anfordern

Saildocs ist seit den Neunzigern der Standardweg für Segler und arbeitet rein über E-Mail: Sie schicken eine Mail mit einem Kommando, wenige Minuten später kommt die Datei als Anhang zurück. Ein Webzugang wird nicht gebraucht — das Satellitentelefon muss nur Mail können.

Eine einmalige Abfrage sieht so aus:

An: query@saildocs.com
Betreff: beliebig
send gfs:40N,60N,140W,120W|2,2|24,48,72|PRESS,WIND

Das liefert das GFS-Modell für das angegebene Gebiet, in 2°-Auflösung, für 24, 48 und 72 Stunden, mit Luftdruck und Wind.

Statt jedes Mal neu anzufordern, lässt sich das Ganze abonnieren — dann kommt die Datei automatisch:

An: query@saildocs.com
Betreff: beliebig
sub gfs:40N,60N,140W,120W|2,2|24,48,72|PRESS,WIND days=30 time=18:00

Die vollständige Syntax samt verfügbarer Modelle steht bei Saildocs selbst: www.saildocs.com/gribinfo. Der Dienst hat kein funktionierendes HTTPS, deshalb führt der Link auf http://.

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Iridium Einsatz im Hafen
Anzeigen und laden

PredictWind Offshore am Iridium GO!

Eine GRIB-Datei ist nur eine Zahlentabelle — sichtbar wird sie erst in einem Viewer. Wer mit Tablet oder Smartphone navigiert, nutzt dafür meist die Offshore-App von PredictWind: Sie zeigt GRIB-Daten als Windfeld über der Seekarte an und kann den Download direkt über eine Satellitenverbindung anstoßen.

Am bequemsten ist das mit dem Iridium GO!, das ein kleines WLAN aufspannt, in das sich Telefon oder Tablet einbuchen. Die App holt die Daten dann selbst, ohne Kabel und ohne PC.

Die App selbst ist als GRIB-Viewer kostenlos; Datenpakete und Airtime-Tarife rechnet PredictWind separat ab. Da sich diese Konditionen regelmäßig ändern, nennen wir hier bewusst keine Preise: predictwind.com/grib-files.

Wer keine Abo-Bindung möchte, kombiniert beides: GRIB-Dateien über Saildocs anfordern und den Anhang in der Offshore-App öffnen.

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Iridium Extreme beim Segeln
Karten und Berichte

Wetterberichte und Satellitenbilder vom NOAA

Neben Modelldaten lassen sich beim amerikanischen Wetterdienst fertige Wetterberichte, Faxkarten und Satellitenbilder per E-Mail abrufen — über den Dienst FTPMail. Eine Mail mit den passenden Kommandos genügt:

An: NWS.FTPMail.OPS@noaa.gov
Betreff: beliebig
open
cd fax
get eveh31.jpg
quit

Antwort ist die angeforderte Datei. Welche Karte welchen Namen trägt, steht in den Schlüsseltabellen des NOAA — darüber finden Sie für Ihr Revier die passende Datei und den passenden Vorhersagezeitraum.

Achtung bei älteren Anleitungen: Die früher überall genannte Adresse ftpmail@ftpmail.nws.noaa.gov wurde im Oktober 2016 abgeschaltet. Wer sie noch verwendet, bekommt schlicht keine Antwort. Gültig ist die oben genannte Adresse; NOAA dokumentiert den Wechsel unter tgftp.nws.noaa.gov.

Ebenfalls Geschichte: NAVIMAIL von Météo-France, über das man Berichte und Satellitenbilder für europäische Seegebiete anfordern konnte, wurde Ende 2017 eingestellt.

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Alles aus einer Oberfläche

onsatmail: Abholaufträge statt Kommandozeilen

Wer die Kommandos nicht von Hand tippen will, nimmt onsatmail. Das ist ein Mailprogramm, das für Satellitenverbindungen gebaut ist — mehrere unserer Kunden arbeiten seit Jahren damit.

Statt einzelner Anfragen legen Sie darin Abholaufträge an. Der onsatmail-Server holt die gewünschten Daten aus dem Internet und übergibt sie beim nächsten Verbindungsaufbau an das Programm auf Ihrem Rechner. Gesendet und empfangen wird gleichzeitig und komprimiert; bricht die Verbindung ab, überträgt der nächste Versuch nur den Rest statt der ganzen Datei. Auf einer schmalen Leitung ist das der Unterschied zwischen Minuten und Viertelstunden.

GRIB-Daten ohne Kommandosyntax

Die Abfrage bei Saildocs lässt sich in onsatmail zusammenklicken: Mittelpunkt des Seegebiets, Höhe und Breite, gewünschte Größen wie Wind, Druck oder Wellenhöhe, dazu der Vorhersagezeitraum. Passt das Ergebnis, wird daraus mit einem Schritt ein Abonnement, das Saildocs künftig zur festgelegten Uhrzeit von selbst schickt. Kostenlos, es ist dieselbe Schnittstelle wie oben.

Wetterkarten und Satellitenbilder

Für Karten und Satellitenbilder führt onsatmail die gängigen kostenlosen Angebote von NOAA und vergleichbaren Diensten nach Seegebieten sortiert auf. Pro Eintrag legen Sie fest, wann und wie oft er geladen werden soll; die fertigen Dateien öffnen sich anschließend im normalen Bildbetrachter.

Darstellung der GRIB-Dateien

Zum Anzeigen empfahlen wir früher zyGrib. Das Programm wird nicht mehr weiterentwickelt; gepflegt wird heute der Nachfolger XyGrib von OpenGribs — dieselbe Herkunft, für Windows, macOS und Linux, quelloffen: opengribs.org.

Der Anbieter selbst: www.onsatmail.com. Achtung — die Seite ist nur mit www. und über http:// erreichbar; ohne www. landen Sie auf einer Domainverkaufsseite, die nichts mit dem Dienst zu tun hat.

Bei Einrichtung und Konfiguration helfen wir; für die Installation gibt es von uns eine deutsche Anleitung.

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Iridium 9555
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Welche Hardware Sie dafür brauchen

Für den reinen Mailabruf genügt ein Iridium 9555 oder 9575 Extreme mit Datenkabel und der zugehörigen Software auf dem Rechner. Das ist die sparsamste Variante und für GRIB-Dateien völlig ausreichend.

Wer lieber vom Tablet aus arbeitet und ohne Kabel auskommen will, fährt mit dem Iridium GO! besser: eigenes WLAN an Bord, Bedienung über die App.

Für einen Törn lohnt in aller Regel die Miete über die Reisedauer — tagesgenau ab 5,70 € pro Tag, auf Rechnung und ohne Kaution. Sagen Sie uns Revier und Törndauer, wir empfehlen Gerät und Tarif dazu. Passend dazu: Erreichbarkeit auf hoher See und Airtime-Verträge und SIM.

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